Tausende Fragezeichen (Murrhadt, August 2008)

In der kleinen Gemeinde Murrhardt (ca. 30 km von Stuttgart) führten Fragezeichen, die über Nacht mit Kreide an praktisch alle Hauseingänge gemalt, sowie als kleine Zettel auf dem Marktplatz verteilt wurden, zu großer Verwirrung und öffentlicher Diskussion...
//fragezeichen-in-murrhardt.blog.de/

Ein Musterbeispiel für die subversiven Möglichkeiten von Street Art als Kommunikationsguerilla.
Offen bleibt (wie so oft nach/bei solchen Aktionen) die Frage, ob/wie mit dem entstandenen Erregungskorridor umgegangen werden soll/kann, um der Interpretationsoffenheit der Aktion ggf. doch noch Inhalte folgen zu lassen - was ja nicht zwangsläufig sein muss bzw. bei vielen Kommunikationsguerilla-Aktionen gerade NICHT das Ziel ist, sich aber bei dieser Aktion, bei der die "Verursacher" enttarnt wurden, anbietet.

Zombie-Walk der Untoten AZlerInnen (Heidelberg, Oktober 2008)

"(...) Gegen halb vier wurde am Dienstag der Heidelberger Marktplatz plötzlich von Zombies erobert, die anschließend durch die Heidelberger Hauptstraße zogen. Während einige der Menschen die durch die City schlenderten, sich erschreckten, waren die meisten Zuschauer eher belustigt und neugierig. Etwa 20 blutende langsam hinkende Gestalten mit entstellten Gesichtern liefen durch die Stadt. Dazu wurden Flyer verteilt, die sowohl über die Ursache der Zombies, als auch über die derzeitigen Veranstaltungen und Forderungen nach einem neuen autonomen Zentrum informierten (...)"
Bericht und Fotos:
//de.indymedia.org/2008/10/228456.shtml

Banner-Aktion "Der Deutschen Wirtschaft" (Reichstag Berlin, April 2007)

Die Banner-Aktion am Berliner Reichstag ist schon länger her, soll nun aber hier endlich auch gewürdigt werden.
Nichtzuletzt auch angesichts der aktuellen Banken- und Wirtschaftskrise sind das Motto und die Forderungen der Aktion voll auf Höhe der Zeit und des Kapitalismus...

Film mit Interviews der AktivistInnen:
//de.youtube.com/watch?v=eo0_3h7OBc8

Ausführlicher Film (mit HipHop-Soundtrack) der Aktion:
//de.youtube.com/watch?v=mmT-fgV89D4&feature=related

Weblog (leider nicht sehr aktuell):
//geldoderleben.blogsport.de/

Interview mit einer der AktivistInnen:
//de.indymedia.org/2007/04/174278.shtml

Fotostream:
//www.flickr.com/photos/7990548@N02/

kurzer Phoenix-Mitschnitt:
//de.youtube.com/watch?v=o8OFxz4HkO0&feature=related

ARD-Tagesthemen:
//de.youtube.com/watch?v=aMt64dAZPVQ&feature=related

Mašta, the magazine for creative activism

Mašta ist ein hübsches internationales Magazin, das sich mit kreativen Aktionen und öffentlicher Kunst im weitesten Sinne beschäftigt (z.B. verschiedenste Formen von Street Art, Guerilla Gardening,...)
Die bisherigen 4 Ausgaben sind alle auf der Homepage dokumentiert.

"Mašta means 'imagination'. It also means ´whatever´. Growing from input, actions and creations, we publish a sparkling magazine to tickle your imagination and inspire you to act. The magazine exists of different forms of creative expression, images, articles, art, discussion, sharing of ideas and experiences. We wish to be inspired by creative acts of others. You are warmly invited to submit your stories and images!"
//www.creativeacts.org/

Aufkleber sind nicht zwangsläufig Sachbeschädigung (Prozess in Hamburg, 2008)

"(...) Im Verfahren gegen eine 22-jährige Aktivistin wegen
Sachbeschädigung hatte das Amtsgericht Hamburg-Altona die Angeklagte im April 2008 zu 15 Tagessätzen verurteilt, weil sie einen „Tschüss-Vattenfall“-Aufkleber auf ein Wahlplakat geklebt hatte. Das skurrile daran: Die SPD hatte sich explizit gegen eine Strafverfolgung
ausgesprochen und nur weil die Staatsanwaltschaft ein besonderes öffentliches Interesse bejahte, kam es überhaupt zum Prozess.

Dieses Urteil wurde nun in Revision vom Oberlandesgericht aufgehoben. Das Gericht stellte fest, dass es unzulässig gewesen sei, den Hauptbelastungszeugen der Polizei nicht zu laden und lediglich dessen Bericht zu verlesen. Darüber hinaus sei nicht belegt worden, ob der Aufkleber sich hätte ablösen lassen. Dies ist aber ein notwendiges
Kriterium, damit der Straftatbestand der Sachbeschädigung erfüllt ist.
(...)"

//de.indymedia.org/2008/10/228693.shtml

"Vom zivilen Ungehorsam zum elektronischen Widerstand" und zurück (Artikel in Bildpunkt. Sommer 2008)

Elisabeth Bettina Spörr beschäftigt sich in "Bildpunkt. Zeitschrift der IG Bildende Kunst, "nicht alles tun", Wien, Sommer 2008" mit den Ursprüngen und Formen des elektronischen Ungehorsams und kommt schließlich zu dem richtigen Schluß:

"(...) Das taktische Mittel des elektronischen zivilen Ungehorsams verfügt über ein enormes Protestpotential, birgt aber auch Schwächen und Problematiken in sich. Viele der in der Anfangszeit vielleicht auch aus einer virtuellen Euphorie geborenen Prognosen bezüglich der Wirksamkeit elektronischen Widerstands haben sich nicht bewahrheitet. Vor allem die kategorische Absage an den Protest auf der Straße, wie sie vom Critical Art Ensemble mit dem Slogan "Wenn es um die Macht geht, sind die Straßen totes Kapital!" formuliert wurde, kann so nicht bestehen. Elektronischer ziviler Ungehorsam wird heute vielmehr als eine von vielen möglichen Taktiken gesehen, die, so Dominguez, "nur ein Element eines viel größeren und langfristiger angelegten Protests sein kann (...) und ohne Aktionen auf der Straße bedeutungslos" ist."
//www.linksnet.de/de/artikel/21242

Andersrum könnte aber auch die eine und andere Kampagne statt nur auf "Straße" auch auf das Internet als Protestfeld setzen. Das Sit-in auf dem Server der Lufthansa ist ja inzwischen schon länger her, ohne dass der Erfolg dieser Aktion weitere Aktionen inspiriert hätte (vgl. //kreativerstrassenprotest.twoday.net/stories/3210813/).

Probebohrungen für Atommüll-Lagerung in Hamburg (2008)

Berichte und Fotos von einer aufwändigen Installation und Performance, bei der in Hamburg Probebohrungen für ein Atommüll-Lager sowie Tests mit Castorbehältern (Falltest) durchgeführt wurden:

Hamburg:
//de.indymedia.org/2008/08/224799.shtml

Ankündigung derselben Aktion in Berlin:
//de.indymedia.org/2008/10/230153.shtml

Castortransport-Performance (Lübeck, Oktober 2008)

"...bildeten etwa 15 Aktivisten einen Castortransport, der mitten durch die Einkaufsmeile zog. Es wurden einige Einkaufswagen mit kleinen gelben Fässern beladen, auf denen das Zeichen für Radioaktivität prangte. Zusammen mit den Schutzanzügen und Atemschutzmasken war das Bild eines hochgefährlichen Castortransports perfekt. Im Umfeld des Transports, der zu mehreren Endlagerstätten in der Fußgängerzone führte, wurden Flyer verteilt (...) Weiterhin sollte dadurch auf den anstehenden Castortransport durchs Wendland hingewiesen werden.
Es wurden 9 Fässer an geeigneten, gekennzeichneten Orten abgestellt und mit grünlichem Glibber versehen. Die Aktivisten gaben sich dabei als Atomlobbyisten aus und verkündeten, dass die Innenstadt in Zukunft als dezentrales Endlager herhalten müsse.
Die Passanten staunten nicht schlecht über diese Neuigkeit.
Die Reaktionen fielen allerdings meist positiv aus und einige schlossen sich der Gruppe an.

Natürlich waren die abgestellten Fässer und der Schleim völlig ungefährlich, die Polizei hielt es jedoch für notwendig, die Feuerwehr zu alarmieren. Die Fässer wurden mit einem Gefahrguttransport entsorgt."

Bericht und Fotos:
//de.indymedia.org/2008/10/230465.shtml

Kundgebung und Tribunal für Sicherheit (Nürnberg, Fürth, Oktober 2008)

"An den beiden letzten Samstagen im Oktober fanden in den Fußgängerzonen von Nürnberg und Fürth Kundgebungen des autonomen Bündnisses für Recht, Ordnung und Sicherheit statt. Das Motto: "Die herrschende Klasse tötet mit Sicherheit!". Der traurige Anlass: Berufschaoten aus Wirtschaft, Politik, Militär, Justiz und Polizei gefährden weiterhin unser aller Sicherheit - täglich und weltweit.

Mit einer umfangreichen Ausstellung, einem Bühnenprogramm und Flugblättern zeigten die Autonomen das Ausmaß der Verbrechen der Herrschenden auf. Sie benannten aber auch die Lösung, die ihrer Meinung nach in der Überwindung der Profitwirtschaft und in der Schaffung einer Gesellschaft ohne Ausbeutung und Unterdrückung liegt.
Da diese Lösung aber wohl noch nicht in allernächster Zeit zu erwarten ist, wurde ein Sofortmaßnahmenkatalog vorgestellt, durch den die Sicherheitslage der Bevölkerung umgehend verbessert werden soll. Vorgeschlagen wurde darin u.a. eine Kennzeichnungspflicht und ein Vermummungsverbot für Polizeibeamte, regelmäßige Drogentests bei Polizeieinsatzkräften, und natürlich ein sofortiges Verbot der CSU. Viele PassantInnen nahmen die Präsentation des Katalogs mit Zustimmung und Vergnügen auf."
Bericht und Fotos:
//de.indymedia.org/2008/10/230537.shtml

Jubeldemo für/gegen Bundeswehr in Nürtingen (September 2008) mit Spaßparolensammlung

„Was wir wollen, das ist Krieg – für die Rüstungsindustrie“
„Deutsche Waffen, deutsches Geld – für den Krieg in aller Welt“
„Kriege, Kriege und noch mehr – vorwärts mit der Bundeswehr!“
„11. September das war der Start – Wir jagen jeden mit nem Bart“
"Bundeswehr, das tut not, findet auch Gevatter Tod"
"Wir wollen Krieg wie noch nie - für die Waffenindustrie"
"Was wir wollen das ist Krieg - deutsche Waffen für den Sieg"
"Wir brauchen Krieg wie noch nie - sonst kommt bald die Anarchie"

//de.indymedia.org/2008/09/226827.shtml

Blockaden des "Anti-Islamisierungs-Kongresses" in Köln (September 2008)

Zusammenstellung der erfolgreichen Aktionen:
//de.indymedia.org/2008/07/221707.shtml

1. Critical Mass in Worms (August 2008)

"Mit 35 Teilnehmern startete am Freitag, den 8. August 2008 die 1. Wormser Critical Mass."
//de.indymedia.org/2008/08/224357.shtml

Waldbesetzung in Kelsterbach gegen Flughafen Frankfurt-Ausbau (2008)

//waldbesetzung.blogsport.de/

Polizei übt gegen Clowns, Blockaden und Autonome (April 2008)

So übt die Polizei Großeinsätze gegen Rebel Clowns, Blockaden, Autonome,...:

"Während der mehrstündigen Übung "Kranich 2008", die in der Nähe von Oldenburg stattfand, mimten Polizisten für mehrere Stunden Autonome. In realitätsnahen Szenarien mit rund 500 Statisten aus den Reihen der Polizei mussten die Uniformierten schnell und vor allem umsichtig handeln, hieß es von seitens der Einsatzleiter. Die Beamten hatten auf gewaltvollen, aber auch auf friedlichen Protest zu reagieren. Vorbilder für die Großübung waren nach Polizeiangaben Demonstrationen, zu denen es etwa beim Castor-Transport oder dem G8- Gipfel gekommen war."

weiterer Bericht und Fotos:
//de.indymedia.org/2008/04/214520.shtml

Polylux-Beitrag zu kreativem Spaß-Protest (2006)

Die Front Deutscher Äpfel, Schlumpflied gegen Nazis, Nacktprotest,... sind Thema eines Beitrags in Polylux, mit Stellungnahmen zu Sinn und Unsinn von Spaßaktionen gegen Nazis:
//www.polylog.tv/videothek/videocast/2316/?tag=demonstration

Direct Action-Wiki der Projektwerkstatt Saasen

"Viele Seiten voller konkreter Ideen und Tipps, dazu Texte und mehr zu kreativen Aktionsformen. Hier könnt Ihr nach Belieben eigene Ideen hinzufügen, Vorschläge verbessern und mehr!"
//www.projektwerkstatt.de/wiki/index.php/Direct-Action

The Escrache is an Intervention on Collective Ethics

Escrache-Aktionen wurden v.a. in Argentinien durchgeführt, um Beteiligte der Militärdiktatur zu "outen" und eine öffentliche Beschäftigung mit und Aufarbeitung der Militärdiktatur anzustoßen.

Der Text "The Escrache is an Intervention on Collective Ethics" von Diego Benegas beschreibt Hintergrund und Enstehungsgeschichte sowie Vorbereitung und Durchführung dieser inzwischen weitverbreiteten Aktionsform und geht dabei auch auf Ansätze der Erinnerungskultur und geschichtlichen Aufarbeitung ein:

//www.hemisphericinstitute.org/cuaderno/politicalperformance2004/totalitarianism/WEBSITE/texts/the_escrache_is_an_intervention.htm

Augsburger Puppenkiste gegen Trojas Puppenkiste: www.trojaspuppenkiste.de offline!

Das umkommerzielle politische Figurentheaterprojekt Trojas Puppenkiste wurde im Mai 2008 von der bekannten Augsburger Puppenkiste unter Androhung einer Unterlassungsklage und Schadensersatzansprüchen dazu gezwungen, den Namen "Puppenkiste" aufzugeben.

Die Augsburger Puppenkiste (in der Erinnerung vieler mit schönen Marionettenstücken für Kinder verbunden und wohl weithin als sympathisch eingeschätzt) machte damit Gebrauch von ihrem Markenrecht auf das Wort "Puppenkiste". Schon gegen mindestens ein weiteres Figurentheater, das sich den Namen "Puppenkiste" gab, wurde in der Vergangenheit erfolgreich prozessiert.

Marc Amann (Puppenspieler, politischer Aktivist und Anmelder der Homepage www.trojaspuppenkiste.de) wurde von den Anwälten der Augsburger Puppenkiste aufgefordert, umgehend auf die weitere Verwendung des Namens "Trojas Puppenkiste" zu verzichten, alle Verwendungen des Namens sowie dadurch gemachten finanziellen Einnahmen offenzulegen (ggf. würden noch Schadensersatzforderungen für entgangene Einnahmen geltend gemacht!), sowie die Anwaltskosten für diese Mahnung (unglaubliche 1085 Euro!!!) zu bezahlen.

Nach einem ausführlichen Brief, indem den Anwälten und der Geschäftsführung der Augsburger Puppenkiste der unkommerzielle und idealistische Charakter des Projekts Trojas Puppenkiste dargelegt und eingewilligt wurde, den Namen in Zukunft nicht mehr zu benutzen, reduzierten die Anwälte diese Kosten auf 150 € und verzichteten auf weitere rechtliche Schritte.

Die Homepage www.trojaspuppenkiste.de, auf der zahlreiche Materialien zu Bau und Verwendung von Großpuppen für politische Aktionen zu finden waren, ist seitdem offline.
Einen neuen Namen und eine neue Internetpräsenz für das Projekt Trojas Puppenkiste, das seit 2001 bestand und bundesweit durch Workshops und Aktionen bekannt war, wird es demnächst geben.

Bis dahin können Anfragen zu politischem Puppentheater und Großpuppen an go.stop.act@web.de gestellt werden.

BetreiberInnen von Internetseiten, auf denen www.trojaspuppenkiste.de verlinkt ist, werden gebeten, statt dessen diesen Artikel zu verlinken:
//kreativerstrassenprotest.twoday.net/stories/5293714/

Seit 1. April 2010 ist "Trojas Puppenkasten" als Nachfolgeprojekt von Trojas Puppenkiste mit einem Weblog online:
//trojaspuppenkasten.wordpress.com/

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