Engagement in Aktion. Ratgeber für wirkungsvolle Kampagnenführung (Hrsg: Stiftung Mitarbeit & Bewegungsstiftung, Februar 2018)

Die Broschüre „Engagement in Aktion. Ratgeber für wirkungsvolle Kampagnenführung“ (Hrsg: Stiftung Mitarbeit & Bewegungsstiftung) ist im Februar 2018 erschienen. Sie bietet einen umfassenden Überblick und reichhaltigen Erfahrungsschatz über politische Kampagnen sozialer Bewegungen: Von grundsätzlichen Überlegungen zu Kampagnenpolitik und deren Nutzen, Kampagnenarten, über Planung, Finanzierung und Rechtsformen, Entscheidungsprozesse und Bündnisarbeit, (soziale) Medien, Aktionsformen,... bis zum Umgang mit Gegenkampagnen.

Übersichtlich strukturiert, ein Haufen wichtiger Erkenntnisse gut lesbar zusammengefasst. Ein Schatz für alle, die sich mit Kampagnen beschäftigen, weil sie selbst Campaigning als politisches Mittel ausprobieren oder ihre eigenen Kampagnenerfahrung reflektieren und anreichern wollen.

Der Erfolg von politischer Aktionskunst oder: Ist das schon Kunst oder muss das erst noch erklärt werden? (taz, Dezember 2017)

Grit Eggerichs stellt in der taz die richtigen Fragen an politische Kunst, angesichts solcher Aktionen wie der Heckler und Koch-Schießbude von "Rocko und seine Brüder" in Oberndorf und den Stolpersteinen als Erinnerung an Verbrechen der Wehrmacht vor der AfD-Zentrale in Berlin .

"Drei jungen Frauen erklärt Hera den Zusammenhang zwischen Waffenexporten, Krieg in Syrien und Migration. „Ich find’s auch echt nicht gut,“ sagt eine von ihnen. „Kann ich jetzt schießen?“ Die Mädchen kichern. Ömer ist bald mit der Schule fertig, er gewinnt ein T-Shirt, hatte aber eigentlich auf ein Praktikum bei Heckler und Koch gehofft. Eine völlig neue Erfahrung für die Künstler: Sie müssen Sinn und Zweck ihrer Kunst erklären."

"Der Erfolg von politischer Aktionskunst muss sich nicht um jeden Preis daran messen, wie viele Menschen man in Rage gebracht oder um wie viel tiefer man die Kluft zwischen dem politisch Schönen und dem politisch Hässlichen gemacht hat. Vielleicht ist ja auch die spontane und probeweise Verständigung ein Wert an sich. Die ist nur leider medial nicht so gut verwertbar."

Vielleicht sollte auch politische Aktionskunst wieder häufiger sich nicht damit genügen (und abfeiern), dass man mal wieder gezeigt hat, wie schlecht und blöd die anderen sind, sondern tatsächlich versucht, zu verstehen, warum sie wie denken und handeln. Und statt immer das Schlechte und die selbstgerechte Kritik zu reproduzieren, Alternativen denkbar und erlebbar machen. Ein bisschen mehr Theater und Pädagogik der Unterdrückten, ein bisschen mehr Vision und Utopie. Auch wenn - und gerade weil - solche Aktionen zu entwickeln schwieriger ist!

Aus voller Kehle für die Pflege (Tübingen, Dezember 2017)

Unter Anleitung einer Chorleiterin wird das Lied des "Leben ist keine Ware"-Flash Mobs hier als großer spontaner Chor gemeinsam gesungen:
https://www.facebook.com/tue.buendnis.mehr.personal/videos/vb.1981863285427277/2007178506229088/?type=2&theater

Prozession mit Schutzpatronin gegen Gentrifizierung (Mexico 2018)

gefunden auf tagesschau.de:

"Prozessionen sind in Mexiko nichts Ungewöhnliches. Jedes Dorf hat einen Heiligen oder eine Schutzpatronin, die inbrünstig verehrt werden. Doch der Zug der Gläubigen, der sich an diesem Tag durch das Viertel Juarez in Mexiko-Stadt schlängelt, ist etwas Besonderes. Er sieht eher nach politischer Demonstration aus als nach einer religiösen Prozession.

Es werden Rufe skandiert gegen die Wohnungsnot, und gegen die Vertreibung alteingesessener Mieter durch Immobilienkonzerne, die die Preise im Viertel in astronomische Höhen treiben. In der Mitte des Zuges wird eine puppengroße Figur getragen: Santa Mari La Juaricua.

Es ist eine Heilige, die von einer Künstlergruppe erfunden wurde, als Schutzpatronin gegen die sogenannte Gentrifizierung, sagt Mitinitiator Jorge Baca: "Ich habe die Gentrifizierung satt. Ich habe es satt, dass die Immobilienhaie kommen und die Leute vertreiben. Deswegen habe ich eine Heilige erfunden."

Mehr: http://www.tagesschau.de/ausland/mexiko-447.html

Greenpeace verwandelt Lidl-Filiale durch Plakate auf Schaufenstern in einen Schweinestall (November 2017)

"So sieht‘s aus, so hört es sich an: Schweine vegetieren in engen, dunklen Ställen, quieken erbärmlich in ihrer Qual. Die von Greenpeace-Aktivisten großflächig auf die Fassade einer Hamburger Lidl-Filiale geklebten Fotos und die Schreie aus Lautsprechern demonstrieren, was eigentlich verborgen bleiben sollte. Wenn es nach Lidl ginge. Doch durch Bilder und Geräusche wird aus dem Geschäft das, was hinter dem Schnitzel steckt: ein konventioneller Schweinestall. Statt Auslauf und Stroh zum Wühlen gibt es für das reinliche und äußerst intelligente Borstenvieh dort meist nur dreckige Spaltenböden. Mehr als 90 Prozent aller Schweine werden in Deutschland so gehalten – auch die, die später zu Lidl-Fleisch werden. Nicht nur Verbraucher, auch Kreative fordern nun in einem internationalen Designwettbewerb Transparenz. Denn der Käufer soll entscheiden können, was für Fleisch auf seinen Teller kommt (...)."

Fotos und mehr Infos:
https://www.greenpeace.de/themen/landwirtschaft/auf-allen-kanaelen
http://urbanshit.de/lidl-schweinestall/

falschgeparkte Autos in Folie eingepackt (Stuttgart, Dezember 2017)

In Stuttgart haben Unbekannte Autos, die auf Geh- und Radwegen geparkt haben oder teile davon blockierten, in Folie eingepackt. Dazu gab es eine Schleife aus Absperrband und nette Grußkarten mit Sprüchen wie „Kannste so parken, ist dann halt scheisse“.

http://urbanshit.de/in-stuttgart-wurden-autos-von-falschparkern-in-folie-eingepackt/

Fake Heckler & Koch-Schießstand auf dem Weihnachtsmarkt in Oberndorf (Dezember 2017)

gefunden auf urbanshit:

Das Künstlerkollektiv Rocco und seine Brüder hat sich mit Hera vom Berliner Künstlerduo Herakut zusammengetan und eine neue Aktion im öffentlichen Raum umgesetzt.

Dafür sind sie in die Baden-Württembergische Kleinstadt Oberndorf gefahren und haben auf dem Weihnachtsmarkt einen Schießstand aufgebaut. Oberndorf am Neckar ist der Hauptsitz einer der größten deutschen Waffenherstellers und -exporteurs Heckler & Koch.

An dem Schießstand konnten die Besucher auf Kinder schießen, mit Handgranaten Häuserkulissen beschmeißen und am Waffenglücksrad drehen. Als Gewinne gab es Plastikwaffen, Lebkuchenherzen in Form von Maschinengewehren und Mergeartikel des Waffenherstellers Heckler & Koch...
http://urbanshit.de/fake-heckler-koch-schiessstand-auf-dem-weihnachtsmarkt-in-oberndorf/

Die besten Wahlplakat-Bustings zur Bundestagswahl 2017

Urbanshit hat mal wieder eine schöne Zusammenstellung gemacht:
http://urbanshit.de/die-besten-wahlplakat-bustings-zur-bundestagswahl-2017/

"Leben ist keine Ware!" - Solidaritäts-Flashmob bei Charité-Warnstreik (August 2017)

Zeitgleich zum Warnstreik des Pflegepersonals an der Berliner Charité (am 08.08.17) gab es Support durch Aktivist_innen der 'Interventionistische Linken.' Mit einem Flashmob im Foyer des Krankenkassenverbandes sowie einem Gebäude der Charité warben sie für Solidarität zwischen Personal und Patienen im Kampf um bessere Arbeits- und Pflegebedingungen. Im geänderten Text von Rihanna's Umbrella fand dies ihren tanzbaren Ausdruck.
https://www.youtube.com/watch?v=hXeSj1wgCsI

Negativ-Preis und Entfernung Anti-Gewerkschaftsbazillen (Januar 2017)

Die Aktion Arbeitsunrecht hat am Freitag dem 13. Januar 2017 unter dem Motto "Jetzt schlägt's 13!" bei einem Protest vor der Median-Klinik Bad Oeynhausen und Waterland Düsseldorf den "blutigen Pfahl" verliehen und versucht das Low-Dumping-Virus und die Anti-Gewerkschafts-Bazille zu entfernen.

Video:
https://www.youtube.com/watch?v=g0KSJ_KCfbc
Mehr Infos: http://arbeitsunrecht.de/

1000 verkrustete Gestalten beim G20-Gipfel in Hamburg, Juli 2017

"Hunderte in Lehm gehüllte Menschen aus allen Teilen der Gesellschaft haben in einer zweistündigen Choreografie ihre Kritik am G20-Gipfel Ausdruck verliehen und zu mehr Menschlichkeit und Eigenverantwortung aufgerufen.
Die verkrusteten Gestalten sollen für eine Gesellschaft stehen, die den Glauben an Solidarität verloren hat und in der der Einzelne nur noch für das eigene Vorankommen kämpft. Im Laufe der Performance legten sie ihre grauen Kostüme ab, darunter kamen ihre bunten T-Shirts zum Vorschein. Auf diese Weise befreiten sie sich symbolisch aus ihren erstarrten Strukturen."

viele Fotos und Videos: https://1000gestalten.de/

Mit aufblasbarer Riesenlunge für gesunde Stadtluft und weniger Autos (Stuttgart, März 2017)

Mit einer aufblasbaren Riesenlunge von Tools for Action (http://www.toolsforaction.net/) protestierte ROBIN WOOD in am 30. März in Stuttgart im Rahmen einer großen Demonstration für eine drastische Reduzierung des individuellen PKW-Verkehrs, ticketlosen öffentlichen Nahverkehr und bessere Bedingungen für RadfahrerInnen.
Über ein Soundsystem war begleitend Röcheln, Kinderhusten und in Endlosschleife der Amtseid des grünen Stuttgarter OBs Kuhn "zum Wohle der Stadt und ihrer Bewohner zu handeln" zu hören...
https://www.robinwood.de/aktionen/auf-lunge-luftwiderstand-gegen-dieseldreck-stuttgart

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